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Datenschützer in Sorge!

Datenschutz

von Sören Hartmann

GPS-Sender soll Schulkinder ortbar machen und andere Verkehrsteilnehmer warnen.

Die ersten Tage und Wochen an der Grundschule oder später an der weiterführenden Schule, die meistens nicht um die Ecke, sondern in anderen Stadtteilen oder noch weiter entfernt ist. Vielen Eltern bereitet der Gedanke an den Schulweg der Kinder zumindest ein leichtes Unbehagen. 

Aus diesem Gefühl heraus entstand bei Walter Hildebrandt, selbst Vater eines Sohnes, seine Idee. Eine App auf dem Smartphone oder ein kleiner GPS-Sender am Schulranzen des Kindes erfasst die Position. Sollte sich ein Autofahrer dem Sender schnell nähern, wird dieser über sein eigenes Smartphone akustisch gewarnt. Voraussetzung für dieses Szenario ist, dass beide Seiten die App verwenden. Außerdem können die Kinder von Ihren Eltern geortet werden – in Echtzeit natürlich.

So weit, so gut aber wenn man den Sicherheitsgedanken beiseitelegt, bleibt schlussendlich die Überwachung des Kindes. Und an diesem Punkt äußern sich erste Kritiken, wie z.B. die von der niedersächsischen Datenschutzbeauftragten Barbara Thiel, die die Ortung auf Knopfdruck als Totalüberwachung bezeichnet. Darüber hinaus habe auch der Verband Bildung und Erziehung Bedenken, da es Aufgabe der Eltern sei, dass Kind mit dem Straßenverkehr und seinen Regeln vertraut zu machen und nicht sie ständig und überall orten zu können.

Zudem muss die Frage gestellt werden, wie und wohin die Daten übertragen werden. Wer hat schlussendlich Zugriff auf diese Daten und welche Informationen werden preisgegeben?

Gegen diese Kritik an seiner App wehrt sich Hildebrandt. Es sollen keine Daten gehandelt und gespeichert werden. Es gehe ausschließlich um die Erhöhung der Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr. Außerdem würden die recht groben Daten (die App soll lediglich einen Umkreis von rund 150 Metern anzeigen und nicht die genaue Position) pseudonymisiert und nach aktuellen Stand der Technik verschlüsselt werden.

Auch gegen den Überwachungsvorwurf bezieht er Stellung. Die Ortung würde durch das Kind selber autorisiert, da die Funktion manuell deaktiviert werden könnte. Doch hier sei die Frage erlaubt, inwiefern das ganze Konstrukt noch Sinn macht, wenn das Kind die Ortungsfunktion jederzeit deaktivieren kann?

Die Intention der App ist sicher gut gemeint, jedoch besteht auf dem Weg, bis die App vielleicht irgendwann deutschlandweit eingesetzt wird, noch eine Menge Klärungsbedarf.

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