Newsletter

Melden Sie sich für unseren Newsletter an!

So bekommen Sie immer die neuesten und wichtigsten Informationen zum Thema Datenschutz, Informationssicherheit und Compliance zugeschickt.

Internet of Things (IoT) – Daten im Zeugenstand?

Datenschutz

von Daniela Hörnicke

Sie nehmen einen immer größeren Platz und eine immer größere Wichtigkeit in unseren Leben ein – Smart Home Lösungen und Wearables.

Internet of Things (IoT) – Daten im Zeugenstand?

Sie nehmen einen immer größeren Platz und eine immer größere Wichtigkeit in unseren Leben ein – Smart Home Lösungen und Wearables. Diese Geräte zeichnen uns bei all unseren Tätigkeiten und rund um die Uhr auf – im Schlaf, beim Fernsehen, beim Essen und Trinken, unseren Strom- und Wasserverbrauch, unseren Aufenthaltsort etc. Werden also künftig die Daten aus smarten Stromzählern, Amazons Echo, Fitnesstrackern und smarten Herzschrittmachern vor Gericht im Zeugenstand erscheinen?

Fitbit z.B. verspricht durch die Aufzeichnung der Aktivitäten ein „gesünderes und aktiveres Leben“, man kann sich motivieren lassen, messen was man gegessen und getrunken hat und mit anderen durch das Teilen der Daten in Wettbewerb treten; Microsofts Health Vaut verspricht die Organisation der Gesundheitsdaten der gesamten Familie; Nokias Health Mate verheißt gar ein ganzheitliches Gesundheitstracking und Aufrechterhaltung der eigenen Motivation zur Erreichung der angestrebten Ziele. Amazons Echo kann unsere Stimme auch hören, wenn wir am anderen Ende eines Raumes sind in dem laute Musik läuft, erzählt uns etwas über das Wetter und steuert unsere Smart Home Geräte. Unser Stromzähler – der Smart Meter – erzählt unserem Stromanbieter welches unserer Geräte zu welchem Zeitpunkt wie viel Strom verbraucht. Und schließlich kann man über WLAN Signale den Herzschlag von Personen messen, also feststellen ob diese aufgeregt oder entspannt sind.

Warum das alles?

Zum einen treten wir mit uns und anderen durch das Teilen von Daten und Erfolgen in Wettbewerb und finden dadurch zum Beispiel Selbstbestätigung. Zum anderen können mit den Daten Prognosen über Vorlieben und wahrscheinliche Verhaltensweisen getroffen werden um uns zum Beispiel personalisierte Werbung zukommen zu lassen. Und schlussendlich können Hacker erkennen wann wir zu Hause sind und wann nicht oder zum Beispiel unsere Daten und Geräte manipulieren.

Und was hat das mit der Überschrift zu tun?

In den USA wird bereits seit einiger Zeit immer wieder versucht die von diesen Geräten gespeicherten oder übermittelten Daten zur Aufklärung von Kriminalfällen zu nutzen.

Hier ein paar Beispiele:

  • Bei einem Hausbrand gab der Verdächtige an vom Feuer geweckt worden zu sein. Sein smarter Herzschrittmacher erzählte aber eine andere Geschichte – die zum Ausbruch des Feuers gemessene Herzaktivität passte nicht zu seinen Angaben. Er legte das Feuer selbst und wurde als Versicherungsbetrüger überführt.
  • Ein Fitnessarmband stellte das Alibi eines Ehemanns in Frage. Die aufgezeichneten Daten des Armbands seiner erschossenen Ehefrau zu deren Bewegungen und Aktivitäten passten nicht zu seiner Aussage zum Tathergang.
  • Ein Mann wird tot in einem Whirlpool gefunden. Ein Freund gibt an den Toten morgens gefunden zu haben. Der smarte Wasserzähler des Hauses hat aufgezeichnet, dass in der Tatnacht über 500 Liter Wasser verbraucht wurden, außerdem steht in dem Raum Amazons Alexa. Kann sie, dadurch dass sie permanent mithört, vielleicht weiterhelfen?

Fazit:

Diese Beispiele zeigen, dass die gesammelten Daten nicht nur Begehrlichkeiten wecken, sondern unter Umständen tatsächlich die Aufklärung von Sachverhalten unterstützen und beschleunigen können. Daten können Indizien liefern, doch müssen diese immer im Kontext gesehen und interpretiert werden. Denn was wenn das Gerät gehackt und die Daten manipuliert wurden oder aber das Fitnessarmband vom spielenden Kind bewegt wird während man selbst entspannt am Tisch sitzt? Und wissen wir überhaupt welche Daten im Detail aufgezeichnet und an wen sie weitergegeben werden?

In Deutschland wird noch darüber diskutiert ob in welcher Weise so aufgezeichnete Daten in Ermittlungen und Verfahren einbezogen werden können und dürfen. Denn bei uns ist der Schutz der Persönlichkeit sowie der Privat- und Intimsphäre gesetzlich verankert und hat einen hohen Stellenwert.

Es bleibt also spannend in welche Richtung die Rechtsprechung sich hier künftig weiterentwickeln wird.

 

Weitere Informationen finden Sie z.B. hier:

https://heise.de/-3781073

http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2017-05/republica-internet-der-dinge-iot-gericht-beweise

http://www.spektrum.de/kolumne/kommissar-kuehlschrank-wenn-die-technik-zum-zeugen-wird/1436201

 

Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Unterstützung im Bereich Datenschutz oder Informationssicherheit? Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme!

Zurück