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WhatsApp-Nutzer müssen Einwilligung ihrer Kontakte einholen

Datenschutz

von Niels Kill

Gerichtsurteil Amtsgericht Bad Hersfeld: WhatsApp-Nutzer müssen Einwilligung ihrer Kontakte einholen. Abmahnung droht!

 

Wer WhatsApp nutzt, gestattet dem Unternehmen WhatsApp Inc. (Tochterunternehmen von Facebook Inc.) den Zugriff auf seine im Smartphone hinterlegten Kontakte und deren Weiterleitung an WhatsApp, ohne das die Betroffenen hiervon wissen und in der Regel auch nicht ihre Einwilligung hierzu gegeben haben.

Das Amtsgericht Bad Hersfeld hat nun in einem Sorgerechtsstreit entschieden, dass die Telefonnummern nicht ohne Zustimmung der Kontakte an WhatsApp weitergeleitet werden dürfen. Wer vorher nicht um Erlaubnis fragt, begeht eine Rechtsverletzung, so das Gericht.
 
In dem konkreten Fall ging es um das Telefon eines 11-jährigen Jungen. Mit dem Urteil wurde die Mutter verpflichtet, von allen Personen, die im Adressbuch des Smartphones ihres Sohnes hinterlegt sind, eine schriftliche Zustimmungserklärung dahingehend einzuholen, ob die Personen damit einverstanden sind, dass ihre Daten (und in welcher Form) regelmäßig an WhatsApp Inc. übertragen werden dürfen. Zudem wurde der Mutter aufgegeben, eine persönliche Weiterbildung zum Themenbereich der digitalen Mediennutzung zu betreiben.

Zu unbedachter Umgang mit Apps im Privatbereich
Wie bei den meisten anderen Apps auch, bekommt man bei der erstmaligen Nutzung von WhatsApp die Nutzungsbedingungen angezeigt. Diese werden in der Regel von den meisten Nutzern jedoch ungelesen akzeptiert. Im Fall von WhatsApp räumt man dem Dienst viele, viele Rechte ein. Z.B. eben auch, dass die Kontaktdaten aus dem Smartphone für Datenabgleiche etc. genutzt werden dürfen.

Abmahnung droht!
Mit dem Gerichtsurteil des Amtsgerichtes Bad Hersfeld begibt sich der Nutzer von WhatsApp in Gefahr, von den betroffenen Personen kostenpflichtig abgemahnt zu werden. Nun ist das Risiko, von Freunden oder Bekannten abgemahnt zu werden relativ gering.

Einsatz von WhatsApp im geschäftlichen Umfeld
Doch wie sieht es mit der Nutzung von WhatsApp im geschäftlichen Umfeld aus? Schon lange empfehlen Datenschützer – so auch wir – die Nutzung alternativer Messenger-Dienste (z.B. Threema oder Signal). Vom Einsatz von WhatsApp im Unternehmensumfeld ist generell abzuraten. Ausnahmen bestätigen auch hier wieder einmal die Regel (Jugendliche, z.B. in der Jugendhilfe über einen anderen Kanal zu erreichen als WhatsApp, ist äußerst schwer bis nahezu unmöglich). Auch wenn die Abmahngefahr im Privatbereich relativ gering ist, so ist sie im geschäftlichen Umfeld umso größer.

Unsere Tipps:
Nutzen Sie im Privatbereich doch einfach mal einen sicheren Messenger. „Threema“ kostet nicht die Welt und „Signal“ ist sogar kostenlos. Zu Beginn können Sie WhatsApp und den sicheren Messenger parallel betreiben. Und vielleicht sind Sie ja dann irgendwann so „mutig“ und deinstallieren WhatsApp.
 
Falls Sie noch im geschäftlichen Umfeld WhatsApp nutzen, sollten Sie ernsthaft die weitere Nutzung überdenken. Der Einsatz ist in der Regel mit Datenschutzgesetzen nicht vereinbar und zudem drohen nun auch kostenpflichtige Abmahnungen. Besonders kritisch in diesem Zusammenhang ist auch der Einsatz von privaten Geräten im geschäftlichen Umfeld (BYOD, Bring your own device) zu betrachten.

Quellen:
http://www.lareda.hessenrecht.hessen.de/lexsoft/default/hessenrecht_lareda.html#docid:7
876045

 

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