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Integrierte Managementsysteme – Struktur-Vorteile

Rodney Wiedemann
Verfasst von: Rodney Wiedemann
Berater für Datenschutz und IT-Sicherheit

Die ISO (International Organization for Standardization) -Zertifizierung ist für viele Unternehmen ein wichtiges Instrument zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Der Nachweis der Erfüllung der stetig wachsenden Anforderungen wird immer wichtiger und immer mehr Kunden fordern heute von Ihren Lieferanten und Dienstleistern entsprechende Zertifikate.

Was ist die High-Level-Structure?

Es gibt zahlreiche Normen für Managementsysteme – beispielsweise

  • die ISO 9001 für das Qualitätsmanagement,
  • die ISO 14001 für das Umweltmanagement,
  • die ISO 45001 für den Arbeitsschutz,
  • die ISO 50001 für das Energiemanagement und
  • die ISO 27001 für die Informationssicherheit.

Um Entwicklungen, Struktur und Anforderungen an die ISO-Normen zu vereinheitlichen und zu harmonisieren, wurden im Jahr 2012 in den „ISO/IEC Directives“ veröffentlichten Annex SL die High-Level-Structure (HLS) eingeführt.

Der grundsätzliche Aufbau der HLS wird ergänzt durch die jeweiligen standardspezifischen Inhalte, die in die entsprechenden Abschnitte der Struktur eingebettet werden. Die HLS umfasst die folgenden zehn Abschnitte, von denen besonders die Abschnitte 4 bis 10 für die Zertifizierung von Bedeutung sind:

  1. Abschnitt: Anwendungsbereich
  2. Abschnitt: Normative Verweisungen
  3. Abschnitt: Begriffe
  4. Abschnitt: Kontext der Organisation
  5. Abschnitt: Führung
  6. Abschnitt: Planung
  7. Abschnitt: Unterstützung
  8. Abschnitt: Betrieb
  9. Abschnitt: Bewertung der Leistung
  10. Abschnitt: Verbesserung

Was ist ein integriertes Managementsystem?

Ein integriertes Managementsystem kombiniert mehrere Managementsysteme, wie beispielsweise Qualitäts- und Informationssicherheit, also ISO 9001 und 27001, miteinander. Die beschriebene HLS hat großen Einfluss auf die Realisierung eines integrierten Managementsystems in einem Unternehmen. Betrachtet man dabei die Gemeinsamkeiten der Systeme, kann man diese nutzen, um die einzelnen Themenschwerpunkte miteinander zu verbinden. Durch die ähnlichen Systemstrukturen können Unternehmen Synergien nutzen, ihre Ressourcen bündeln und so ein effektives und schlankes Managementsystem aufbauen. Das spart Ressourcen, Zeit und vor allem Geld.

Was muss bei der Einführung eines integrierten Managementsystems beachtet werden?

Praxisnahe Umsetzung

Grundsätzlich muss das integrierte Managementsystem praxisnah umgesetzt werden, um so für die Mitarbeiter des Unternehmens nachvollziehbar zu sein. Transparente und ordentlich dokumentierte Prozesse erhöhen die Akzeptanz bei der Belegschaft, da deren Arbeitsalltag erleichtert wird.

Schlanke Dokumentlenkung

Für die Mitarbeitenden sollten Dokumente/Vorlagen schnell auffindbar sein. Parallelsysteme zur Dokumentenablage sollten vermieden werden.

Fazit

Durch das Bündeln von Managementsystemen lassen sich Überschneidungen und Doppelarbeit vermeiden und Unternehmen und/oder Organisationen profitieren von verbesserten Prozessen – sogenannte Insellösungen außerhalb des Standards werden verhindert. Der dadurch gestärkte Ordnungsrahmen erhöht die Reputation des Unternehmens und man verschafft sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil.

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